Vor dem Olympia bildete sich schon früh eine Schlange, die sich einmal um das halbe Gebäude wickelte — riesig, dicht, ungeduldig. Geöffnet wurde erst um 18:10, zehn Minuten nach der eigentlich angekündigten Zeit und nur zwanzig Minuten vor dem ersten Gig. Wer da noch draussen stand, als Altered Images um 18:30 loslegten, hatte es eilig.
Drinnen dann sofort gute Laune: Altered Images präsentierten sich von der ersten Minute an als fröhliche Band, ganz ohne Umschweife. Kein Wunder — bekannt wurden sie einst als Tour-Vorband von Siouxsie and the Banshees, und genau diese Leichtigkeit, das Publikum sofort mitzunehmen, haben sie sich bis heute bewahrt. Neben eigenen Songs coverten sie alte Klassiker wie „I Heard It Through The Grapevine“ — in ihrer eigenen, unverkennbaren Art. Ihr Song „Happy Birthday“ hat mit dem gleichnamigen Geburtstagslied naturgemäss nichts zu tun, aber genau darin lag der Witz: voller Humor, spielerisch, nie bierernst. Die Stimmung im Saal blieb dabei noch ruhig, entspannt — das Publikum kannte die Songs, aber die grosse Explosion stand noch aus.

Dann kamen The Undertones — und lieferten den mit Abstand besten Auftritt, den ich je von ihnen gesehen habe. Sofortiger Durchstart mit „Jimmy Jimmy“, und von da an volles Spielvergnügen, volle Energie. Erstaunlich dazu: Der Sound war ausgezeichnet abgemischt, obwohl das Olympia normalerweise als klanglich eher schwierige Halle gilt. Ich habe von der ersten bis zur letzten Minute durchgetanzt. Zusammen mit zwei Bekannten, beide bereits über sechzig, versuchten wir zu dritt sogar einen kleinen Moshpit aufzureissen — vergeblich. Das Publikum blieb weitgehend statisch, eher andächtig als ausser Rand und Band, applaudierte viel, tanzte aber kaum. Dabei kannten sie jeden Text — besser als ich selbst, muss ich zugeben —, mitgesungen wurde praktisch jede Zeile. Nur das Losgehen, das ich bei einer so bekannten Band eigentlich erwartet hätte, blieb aus.

Adam Ant, der Headliner, für den die meisten an diesem Abend gekommen waren — teils von weit her, nicht für das Festival, sondern gezielt für diesen einen Namen —, lieferte dann einen Auftritt, der ernüchterte. Statisch, minimalistisch, dazu nuschelte er derart, dass die Texte kaum zu verstehen waren. Der Sound tat sein Übriges: schlecht abgemischt, ohne die Klarheit, die die Undertones noch Stunden zuvor hingelegt hatten. Ein Teil des Publikums zog es merklich nach hinten oder ganz nach draussen. Insgesamt eine grosse Enttäuschung für einen Abend, der mit einem so grossen Namen beworben worden war.

Auf dem Nachhauseweg dann die Quittung: meine rechte Ferse schmerzte fürchterlich — offensichtlich bin ich bei den Undertones doch etwas zu enthusiastisch herumgehüpft.
Eckdaten
| Titel | Altered Images |
| Datum | 4. August 2026 |
| Ort | Olympia, Winter Gardens Blackpool |
| Besetzung | Clare Grogan (Gesang), Johnny McElhone (Bass), Stephen Lironi (Gitarre) |
| Titel | The Undertones |
| Datum | 4. August 2026 |
| Ort | Olympia, Winter Gardens Blackpool |
| Besetzung | Paul McLoone (Gesang), John O'Neill, Damian O'Neill (Gitarren), Michael Bradley (Bass), Billy Doherty (Schlagzeug) |
| Titel | Adam Ant |
| Datum | 4. August 2026 |
| Ort | Olympia, Winter Gardens Blackpool |
| Besetzung | Adam Ant (Gesang), Will Crewdson, A. P. Leach (Gitarren), Joe Holweger (Bass), Jola (Schlagzeug) |