Zermatt Unplugged bietet immer Überraschungen. Wenn Musiker gezwungen sind, ihre Musik auf das Skelett zu reduzieren und keine falsche Note erlaubt ist, müssen sie an ihre Grenzen gehen und manchmal sogar ihre eigene Musik neu erfinden.
Was aber an diesem Abend passierte, lässt sich kaum in Worte fassen: ein Konzert, das einen von der ersten bis zur letzten Minute nicht mehr losliess und das mich so tief berührte, dass mir die Tränen in den Augen standen.
Das von allen respektierte und vom Publikum ausnahmslos positiv aufgenommene Aufnahmeverbot tat das Seine: Ohne Smartphones zwischen sich und der Bühne war man gezwungen, wirklich da zu sein – und diese Unmittelbarkeit machte alles noch intensiver.
Die Art und Weise mit welcher Brian Molko, welcher trotz seines Alters auf der Bühne wie ein fröhliches, unbeschwertes Kind wirkte, und Stefan Olsdal sanfte Töne anschlugen, war mitreissend. Die Harmonie auf der Bühne war bestechend: nach langer Konzertabstinenz hatte man das Gefühl, dass sich alte Freunde wiederfinden und diesen Moment geniessen. Ältere, lange nicht gespielte Stücke reihten sich ins Programm ein. Ein Abend für Geniesser – und die anderen wurden zu Geniessern.
Die Bewertungsskala wurde schlicht hinweggefegt.
Sollte dieser Abend je veröffentlicht werden, kann man alle bisherigen Alben beiseitelegen. Genau so müsste ihre Musik geschrieben sein. Ein Meisterwerk.
Ein grosser Dank an Zermatt Unplugged für ihre harte Arbeit, welche diesen wunderschönen Abend ermöglicht hat. Merci!
| Titel | Placebo |
| Datum | 11. April 2026 |
| Festival | Zermatt Unplugged 2026 |
| Ort | Zeltbühne, Zermatt |
| Besetzung | Brian Molko (Gesang, Gitarre) · Stefan Olsdal (Bass) · Steve Forrest (Schlagzeug) |