Ocell bedeutet Vogel auf Katalanisch. An diesem Abend hebt die Band ab.
Ocell findet sich in den Eigenkompositionen. Dort öffnet sich ein organischer Gesamtsound, der von vier verschiedenen musikalischen Traditionen lebt — Katalonien, Schweiz, Spanien, Deutschland — ohne dass einer die anderen überdeckt. Das funktioniert, weil die Rhythmusgruppe es trägt.
Lucas Zibulski am Schlagzeug ist genau das, was ein Schlagzeuger sein sollte: präsent, formgebend, nie erdrückend. Er gestaltet Dramaturgie, ohne sie aufzuzwingen. Tabea Kind am Bass bewegt sich scheinbar im Hintergrund — aber dieser Hintergrund hat Gewicht. Ihre Beschleunigungen setzen die Spannungsbögen, fast unmerklich, fast zwangsläufig.
Álvaro Ócon an der Trompete bringt gute Technik mit. Er dominiert, wo er muss — lädt ein, folgt zu wollen. Akzente, die wirklich brennen, bleiben noch aus. Biel Harper am Klavier hält sich bewusst zurück — ein ruhiger Pol, der dem Ensemble Raum lässt.
Ocell ist eine Band im Werden. Die Eigenkompositionen zeigen, wohin die Reise geht.



| Titel | Lucas Zibulski Quartet «Ocell» |
| Datum | 22. Mai 2026 |
| Ort | Jazzcampus Basel |
| Besetzung | Biel Harper (Klavier) · Álvaro Ócon (Trompete) · Tabea Kind (Bass) · Lucas Zibulski (Schlagzeug) |