Jazz

John Scofield Duet with Gerald Clayton

Der Abend begann mit einem Stück aus seiner Zeit mit Miles Davis. Scofields Gitarre — markant, leicht angezerrt, die Saiten nahe am Steg gerupft — war vom ersten Ton unverwechselbar. Kein Effektgerät, kein Trick. Nur Hände und Holz und dieser knurrige, federnde Sound, den er allein besitzt. Clayton am Piano: viel Gefühl, viel Raum lassend.

Dann die Überraschung — zwei Kompositionen von Clayton selbst. Und Scofield, der Star des Abends, trat zurück. Übernahm die begleitende Rolle, hörte zu, diente der Musik. Das harmonische Zusammenspiel in diesen Momenten: auf Augenhöhe, ohne Ego. Schöner als jedes Solo.

Bei den ruhigeren Stücken etwas weniger Zug — Scofields Signatur, sein ausgeprägtes Laidback, die gebundenen Bögen, entfaltet sich am stärksten wenn der Groove trägt. Ohne diesen Boden blieb manches etwas in der Luft hängen.

Aus der vierten Reihe Mitte — Reithalle Kaserne, nicht Stadtcasino, den Unterschied der Akustik spürt man. Der Vergleich ist natürlich unfair, aber wir wurden in den letzten Abenden sehr verwöhnt.

Was bleibt: zwei Musiker, die einander wirklich zuhören. Das ist seltener als man denkt – wie man beim zweiten Konzert des Abends leider feststellen musste.

Konzertdaten
TitelJohn Scofield Duets with Gerald Clayton
Datum3. Mai 2026
Festival36. Offbeat Jazzfestival Basel
OrtKaserne Basel, Reithalle
BesetzungJohn Scofield (Gitarre) · Gerald Clayton (Piano & Orgel)
Wertung
Scofield (groovy)
★★★★★
Scofield (ruhig)
★★★★☆
Clayton
★★★★★
Gesamt
★★★★★