Vorgeschichte
Baits hatte ich im Vorfeld reingehört und sie gefielen mir sofort. Deshalb wollte ich sie unbedingt live sehen — allerdings war ich extrem knapp dran und kam erst in letzter Sekunde an. Die kleine eingefleischte Gruppe der Zürcher DTH-Fans verbrachte den Abend lieber draussen in der Sonne. André hatte mich sofort von Weitem erkannt und lief mir nach. Ich war allerdings der Einzige der ganzen Gruppe, der unbedingt die Vorband sehen wollte, und so konnten wir erst in der Pause miteinander reden. Aber ich wurde belohnt: Es wurde ein herrlicher Auftritt, den ich nicht hätte verpassen wollen.
Baits
Von der ersten Sekunde an lieferten Baits erstklassige Musik. Sie zogen das Publikum mit, waren rebellisch und boten eine exzellente Bühnenshow. Um Viertel vor acht, bei ihrem Auftritt, genossen die meisten draussen noch den wunderschönen Tag — der Saal war entsprechend spärlich besetzt. Das änderte sich im Lauf des Konzerts schnell: Wer kurz reinschaute, blieb auch. Baits schafften es, den ganzen Saal zum Springen zu bringen und einen kleinen Mini-Pit zu bilden. Die Sängerin ging mit der Gitarre mitten ins Publikum und spielte dort.
Bei dem ganzen Auftritt dachte ich mir: schade, dass Baits noch keinen Hit haben. Hätten sie nur einen einzigen, wäre das hier drin ganz anders abgegangen. Vielleicht kommt der noch — ein grossartiger Auftritt, eine echte Überraschung. Reinhören kann ich nur empfehlen.

| Titel | Baits |
| Datum | 1. August 2026 |
| Ort | Dynamo, Zürich |
| Besetzung | Sonja Maier (Gesang, Gitarre), Christopher Hendler (Lead-Gitarre), Bernd Faszl (Bass), Fazo (Schlagzeug) |
Madsen
Noch bevor Madsen überhaupt die Bühne betraten, lief „Mr. Brightside“ von The Killers ab Band als Einlaufmusik — und schon dabei sang ein Mann etwa in meinem Alter neben mir lauthals mit. Er erzählte mir, das Konzert beginne immer mit diesem Song — und sein Gesicht erstrahlte dabei wie das eines echten Fans.
Dann eröffnete Madsen mit „Smile“ — das Motto des Abends, denn sofort gab es strahlende Gesichter überall im Publikum. Der Saal war randvoll, und man merkte sofort, wie sehr sich das Publikum darauf gefreut hatte, die Band in diesem kleinen Rahmen zu sehen — und wie sehr sich auch Madsen darüber freuten, das Publikum in diesem winzigen Rahmen vor sich zu haben. Ab dem ersten Song sang der Mann neben mir bei jedem Stück mit, und auch als ich mich im Saal umdrehte, blickte ich nur in glückliche Gesichter. Der Funke sprang sofort über.
Der Mann neben mir sang bei jedem Song weiter mit und war sichtlich erfüllt — er erzählte mir, dass er extra nach Hamburg geflogen war, um die Band dort zu sehen, und sich nun freue, sie auch hier im kleinen Rahmen erleben zu dürfen. Das Konzert wurde zunehmend herzlicher: die Bandmitglieder strahlten, dem Publikum stand die Freude ins Gesicht geschrieben, und alle sangen mit.
Nach ein paar Songs passierte, was eher selten vorkommt: Zwei Frauen rissen einen Pit auf, und es gesellten sich etliche weitere Frauen dazu — ein reiner Frauen-Pit mit etwa fünf bis zehn Frauen entstand. Ich bin ein bisschen mitgehüpft und wurde dann auch involviert. Sie holten gezielt Leute vom Rand, die reserviert wirkten, mit in den Pit. Später, nach ruhigeren Songs, flachte er wieder ab — bis dieselben zwei Frauen ihn erneut aufrissen. Ich war gleichermassen dankbar und beeindruckt.
Während des gesamten Konzerts lautes Mitsingen, strahlende Gesichter. Madsen zog alle in ihren Bann. Zwei Momente möchte ich trotzdem herauspicken. Bei „Die Perfektion“ drehte das Publikum dann völlig durch. Ein kleiner „Hey hey Wickie“-Schnipsel war wie ein erneutes Anlauf nehmen, bevor sie wieder in den Song einstimmten. Ein weiterer besonderer Moment für mich: Für „Faust hoch“ holten sich Madsen die Sängerin der Vorband Baits mit auf die Bühne, und gemeinsam sangen und spielten sie den Song gegen Faschismus.

| Titel | Madsen |
| Datum | 1. August 2026 |
| Ort | Dynamo, Zürich |
| Besetzung | Sebastian Madsen, Johannes Madsen, Sascha Madsen, Niko Maurer |
Epilog
Nach dem Konzert sprach ich jemanden mit einem Baits-T-Shirt an und fragte, ob er wegen Baits gekommen sei. Es stellte sich heraus: Er war wegen keiner der beiden Bands da, sondern weil er den Dynamo als Location schätzt — dort gebe es immer gute Konzerte, und er verlasse sich einfach auf die Programmierung. Auch an diesem Abend hatte das Dynamo wieder einmal seinen Ruf bestätigt.
Ein wunderbarer Abend mit zwei ganz herrlichen Performances.