Wenn das erste Konzert des Abends ein Atemzug war, dann war der zweite ein Herzschlag.
Max Ionata betrat die Bühne und stellte klar: jetzt wird’s groovy. Das Tenor-Saxophon — breiter, wärmer, erdiger als Giulianis Alt — warf sich in den Raum wie jemand, der weiss, dass er eingeladen ist. Nardin am Klavier liess die Finger fliegen wie Vögel, die nicht wissen, wohin, aber genau wissen, wie. Schürmann am Bass: der ruhige Fluss unter wildem Wasser, der Anker, der nie zieht.
Groove und Swing rollten durch die alten Kirchenmauern wie warme Wellen. Das Trio spielte, als hätten sie gerade sehr guten Hunger — kein Zögern, kein Entschuldigen, kein Atemholen aus Pflicht. Ionata formte Melodien wie ein Töpfer, der weiss, wann er drücken und wann er loslassen muss. Manchmal riss das Saxophon einfach los — ein Pferd, das die Weide sieht — um gleich darauf wieder ins Ensemble zurückzufinden, satt und zufrieden.
Als Zugabe dann: das Geschenk des Abends. Giuliani und Mirabassi kehrten auf die Bühne zurück. Vier Hände am Klavier, zwei Saxophone in der Luft. Was folgte, war kein geplantes Finale — es war ein Fest. Die Melodien warfen sich gegenseitig zu wie leuchtende Bälle, der Rhythmus zog an wie eine Strömung, der man sich nicht entziehen wollte.
Standing Ovations. Verdient. Restlos.
| Titel | Max Ionata Trio |
| Datum | 19. Mai 2026 |
| Festival | 36. Jazzfestival Basel |
| Ort | Dorfkirche Riehen |
| Besetzung | Max Ionata (Saxophon) · Fred Nardin (Klavier) · Dominik Schürmann (Bass) |