Das Tis bis auf den letzten Platz besetzt — und das an einem Sonntagabend. Man stand, sass, lehnte.
Francesca Tandoi braucht keine grosse Bühne. Sie braucht ein Klavier — und dann gehört der Raum ihr. Von den ersten Takten an war klar: das hier ist kein Konzert, das man mit dem Kopf hört. Das hört man mit dem Bauch. Ein Swing, der einen fast unmerklich dazu verleitet, die Augen zu schliessen und einfach zu geniessen. Die Technik — makellos, selbstverständlich, nie zur Schau gestellt — ist das Fundament, auf dem sie Bilder baut. Ein stiller Morgen. Ein plötzlicher Regen. Ein Lächeln, das man fast verpasst hätte. Die Finger fliegen über die Tasten, aber was bleibt, sind keine Läufe, keine Akkorde. Es sind Momente.
Matheus Nicolaiewski am Bass blieb den ganzen Abend zu sehr im Schatten — zurückhaltend bis zur Unsichtbarkeit. Stützend, ja, aber kaum je spürbar als eigenständige Stimme. Ein Fundament, das trug — mehr aber nicht.
Sander Smeets am Schlagzeug fand seinen Abend erst im zweiten Teil. Zu Beginn zu laut, zu präsent, zu sehr im Weg der Stimmung, die Tandoi aufbaute. Dann, als hätte er zugehört und begriffen, legte er sich zurück. Und plötzlich stimmte es.
Ein Abend, der von einer Frau getragen wurde, die weiss: das Klavier sagt alles, was gesagt werden muss.
Die Noten verklangen, aber die Bilder werden lange bleiben.
Dem Offbeat ein grosser Dank für all Abende, die einen tragen, den Alltag vergessen lassen und deren Bilder im Kopf weiterleben. Merci!
| Titel | Francesca Tandoi Piano Trio |
| Datum | 17. Mai 2026 |
| Festival | 36. Jazzfestival Basel |
| Ort | Atlantis Basel |
| Besetzung | Francesca Tandoi (Klavier, Gesang) · Matheus Nicolaiewski (Bass) · Sander Smeets (Schlagzeug) |